Die Harfenistin Simonetta Ginelli

Simonetta-Ginelli


Harfenaufstand in Bethlehem

Die Harfenistin Simonetta Ginelli lebt und arbeitet in Berlin und hat sich dort sowie auf internationalen Bühnen bereits einen Namen gemacht. Zurück von ihrer Reise nach Bethlehem erzählt sie von ihren Erlebnissen und einem beinahe gescheitertem Auftritt.


Von himmlischer Harfe zum verdammten Instrument

Kurz vor Weihnachten des Jahres 2015 startete Simonetta Ginelli mit einem Flieger zu einer aufregenden Konzertstätte: Bethlehem. Ursprünglich war dort im Rahmen der ZDF Aufzeichnung “Weihnachten in Bethlehem” ein Duett zwischen ihr und Nigel Kennedy, einem britischen Violinisten, geplant. Aufgrund der kritischen politischen Situation sagte Kennedy jedoch ab. Ginelli flog dennoch nach Bethlehem und spielte am Zentrum des christlichen Glaubens (zumindest zur Weihnachtszeit) das Ave Maria von Schubert. Das Live-Konzert, an dem unter anderem Chris de Burgh und Maite Kelly teilnahmen, fand in der Geburtskirche statt.

“Mehr Weihnachten geht nicht!”, meint Ginelli, sichtlich beeindruckt von dieser Reise in eine Stadt, die Mangels der bekannten meist amerikanischen Ketten, die für gewöhnlich das Stadtbild prägen, eher entrückt vom Konsum der Gesellschaft und etwas ursprünglicher erscheint.

Jedoch lief nicht alles in der stillen Nacht auch glatt. Eigentlich war es geplant, dass Ginelli auf einer geliehenen Harfe spielen sollte. Diese war das einzig verfügbare Instrument, das extra aus Palästina importiert werden musste. Allerdings fehlten ihr nicht nur einige Saiten, sondern hatte auch noch einen schrägen Klang. Zu allem Überfluss war auch noch kein Harfenbauer in der Nähe erreichbar, weswegen ein Geigenbauer um Hilfe gebeten wurde.

Dieser entdeckte zwei Risse im Inneren der Harfe und das kurz vor Aufnahmebeginn! Schnell schnitzte er zwei kleine Holzkeile, die er in die Risse steckte. Dies half kurzfristig und glücklicherweise so lange, bis das Konzert geschafft und die Aufnahme im Kasten war.