Musikinstrumente-kurpfälzischen-Hofmusik

Instrumentenbauer Matthias Kohl


SINFONIMA Team bei Instrumentenbauer Matthias Kohl Musikinstrumente der kurpfälzischen Hofmusik

Im Mannheimer Barockschloss wurde das SINFONIMA-Team fachkundig in die Geschichte des Instrumentenbaus der kurpfälzischen Hofmusik eingeführt. In der Ausstellung sind sowohl Originalinstrumente des kurpfälzischen Hoforchesters zu finden als auch Instrumente der ansässigen Mannheimer Instrumentenbauer. Obwohl Streichinstrumente die Mehrzahl der Hoforchesterinstrumente ausmachte, sind dennoch bisher nur wenige bekannt.

Da sie durch Umbauten sich stets den aktuellen Anforderungen anpassen ließen, sind sie auch heute noch oft in Gebrauch und somit nur selten im Originalzustand erhalten geblieben. Seit April 2015 wird im Trabantensaal in der Beletage des Mannheimer Schlosses eine kleine Auswahl an Streichinstrumenten ausgestellt. Dass die hier ausgestellten Exponate aus dem Umkreis der kurpfälzischen Hofmusik stammen, ist – zumindest für die Kurpfalz und Mannheim – eine kleine Sensation.


Violinen der ersten Geigenbauer werden im Trabantensaal ausgestellt

Jacob Rauch (1680-1763) ist der erste nachweisbare Geigenbauer. Während von ihm bisher nur in New York, Stockholm und Insbruck öffentlich Instrumente zu sehen waren, kann nun auch im Tranbantensaal eine um 1710 gebaute Violine sowie eine Viola aus dem Jahr 1740 bestaunt werden. Darüber hinaus werden drei Violinen von Mathias Gülich aus den Jahren 1759, 1778 und 1793 gezeigt und bereichert wird die Ausstellung zudem durch ein Violoncello – geschmückt mit einem Löwenkopf – von Joachim Tielke aus dem Jahr 1700.

Alle sieben Instrumente werden fachkundig von Mathias Kohl betreut, denn sie sind Leihgaben aus Privatbesitz. Selbstverständlich sind sie SINFONIMA versichert.

Für das SINFONIMA-Team war es eine unheimlich interessante Führung, für die wir uns herzlich bei Matthias Kohl bedanken möchten. Außerdem geht unser Dank an die beiden Musiker Covadonga Alonso und Julien Heichelbech, die uns durch ein kleines Privatkonzert mit den ausgestellten Instrumenten einen hörbaren Genuss verschafften.

Meisterpianist

Meisterpianist Grigory Sokolov


Meisterpianist Grigory Sokolov und sein souveränes Streben nach Vollkommenheit

Er ist ein unerbittlicher Forscher auf der ewigen Suche nach Vollkommenheit! Dies beschreibt das Porträt eines Musikers, der bei aller Perfektion trotzdem ein aufrichtiger und gelassener Mann geblieben ist.

Künstler wie er sind beseelt von einer Sehnsucht nach der absoluten Erkenntnis. Er ist strebend bemüht, sein Instrument stets technisch zu beherrschen und treibt nicht selten die Leistung auf die Spitze des Machbaren.


Perfektion durch Leichtigkeit und Aufrichtigkeit

Der 1950 in St. Petersburg geborene Grigory Sokolov wird von seiner wachsenden Fangemeinde längst als einer der größten Meister des Klavierspiels verehrt. Der Künstler hat mittlerweile eine Souveränität erreicht, von der viele andere nur träumen dürfen. Seinem Platz an der Spitze hat er es unter anderem zu verdanken, dass er seine Programme nicht Jahre im Voraus festlegen muss, denn wer Grigory Sokolov bucht, der weiß, dass der Maestro immer kurzfristig bekannt gibt, was er spielen wird. Diese Freiheit kann sich sonst kaum einer erlauben.

Uneitel und ehrlich – seine neuen Programme

Arroganz oder Eitelkeit liegen dem Pianisten fern, denn er zeigt immer gerne die Werke, zu denen er sich zum aktuellen Zeitpunkt berufen fühlt. Seine Konzertankündigungen werden bereits seit vielen Jahren immer wieder von den gleichen Fotos geziert, denn er hat es nicht nötig, Marketing-Profis zu engagieren.

Für sein Recital in der Philharmonie konfrontiert der Pianist nun Bach mit Schubert und Beethoven, womit der Russe einmal mehr beweist, wie leicht es ihm fällt, mannigfaltige musikalische Charaktere zu wirklich lebenden Gestalten werden zu lassen. Ob sein Zugriff auf Bach deshalb romantisch ist? Sokolov stattet die bekannten Musikstücke mit kulinarischen Klängen aus und versucht erst gar nicht, auf seinem modernen Flügel die Trockenheit des Ursprungsinstruments wiederherzustellen. Bach zelebriert er gerne mit einer orchestralen Üppigkeit, er animiert die Einzelstimmen mit viel Schalk in den Fingern und maximaler farblicher wie dynamischer Flexibilität. Und Schuberts doppelgesichtige Stimmungsumschwünge könnten wohl kaum in besseren Händen sein, als in denen von Grigory Sokolov – einem risikofreudigen Grenzgängers, einem Forscher nach Vollkommenheit!

Meisterinstrumente-für-Kinder

conTakt junior


conTakt junior – Meisterinstrumente für Kinder

Besonders Kinder verdienen entsprechend ihrer Fähigkeiten bestmögliche Förderung. Die Gruppe conTakt junior hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, Kindern hochwertige kleine Instrumente und Bögen gratis zur Verfügung zu stellen. Sämtliche Instrumente werden von Geigen- und Bogenbauern in ehrenamtlicher Arbeit kostenlos hergestellt.


Nicht alle Eltern verfügen über ausreichende finanzielle Möglichkeiten, um ihren Kindern den Wunsch nach einem eigenen Musikinstrument zu erfüllen. Dieser Umstand ist gerade dann bedauerlich, wenn ein Kind über musikalisches Talent und Liebe zum Musizieren verfügt. Aus diesem Grund wurde der gemeinnützige Verein conTakt-junior e.V. in Verbindung mit dem Projekt “conTakt junior – Meisterinstrumente für Kinder” gegründet. Dank dieses Projekts werden begabte junge Musiker in die Lage versetzt, unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern musizieren zu können.

Zu diesem Zweck haben sich die Geigen- und Bogenbauer der Gruppe Klanggestalten sowie befreundete Kollegen zusammengeschlossen. Sie stellen für talentierte Kinder erstklassige neue und insbesondere kleine Instrumente und Bögen bereit. Diese können von den jungen Musikern kostenlos ausgeliehen werden. Obwohl die Geigen- und Bogenbauer üblicherweise Musikinstrumente für Profimusiker weltweit herstellen, fertigen sie selbstverständlich auch die kleinen Instrumente in Handarbeit auf höchstem Niveau. Die Geigen und Bögen verfügen über hervorragende Spieleigenschaften, leichte Ansprache und vollen Klang. Viele Mitglieder des Vereins haben selbst Kinder. Sie erfahren deshalb besonders intensiv, wie wertvoll es ist, dass begabte Kinder ihre Fähigkeiten mit perfektem Handwerkszeug ausschöpfen können.

Musikalisch begabte Kinder mit Interesse für ein ¾ Instrument und Bogen hatten die Möglichkeit, sich in diesem Jahr bis zum 31.Mai dafür zu bewerben. So haben 41 Kinder nicht lange gezögert und sich für ein Instrument beworben. Nähere Informationen hierzu finden Sie auf http://www.con-takt.org/con-takt-junior/berlin-2016/